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| BPZ. Es war nicht der erste Geländefahrkurs, den der Präsident des Puch G Swiss Club, Josef Eichholzer (und seine getreuen Mithelfer), für die Mitglieder organisierte. Aber diesmal wurde dem doch recht unterschiedlichen Können der Teilnehmer ausgiebig Rechnung getragen, um auch Anfängern den Einstieg in eine Materie, für die der Puch G ausgesprochen geschaffen ist, so einladend wie möglich zu gestalten. | ||
| Text und Bilder: Ruedi Baumann | ||
| Mit einem
hochbeinigen Allradfahrzeug, welches über Geländeuntersetzung und Differentialsperren
verfügt, kaum Überhänge aufweist und an den empfindlichen Stellen mit Scheuerleisten
und soliden Stahlplatten versehen ist, eine optimale Sicht auf das Terrain ermöglicht,
die Eckpunkte sichtbar sind, ist es keine Kunst, einfach «holterdiepolter» querfeldein
zu brettern. Zumal das Wissen, dass solches die Lebenserwartung des Autos keineswegs
gravierend verkürzt, ausgesprochen beruhigend ist. Wenn bergauf vorwärts nichts mehr
geht, geht's halt im Rückwärtsgang wieder zum Ausgangspunkt hinunter. Will die
«Erstbesteigung» weder mit eingelegten Sperren, noch mit viel Anlauf nicht gelingen,
versucht man eine andere Route. Letztendlich kommt dann doch irgendwie das ersehnte
«Gipfelerlebnis» zustande. In einer ausgedehnten Grube an der luzernisch-aargauischen Kantonsgrenze (wo genau, wird hier aus verschiedenen Gründen nicht verraten), hatten die Organisatoren verschiedene Parcours mit unterschiedlichem Schwierigkeitsgrad ausgesteckt. Für Clubmitglieder, die im Geländefahren routiniert waren und denen kaum ein Gelände den nötigen Respekt abverlangen konnte, kam zunächst natürlich nur der «Extremparcours» in Frage. Präsident Eichholzer konnte sich dann ein Schmunzeln nicht verkneifen, als die Bemühungen, diese «knapp machbar» erscheinenden Steilhänge zu bezwingen, kläglich (oftmals fehlten nur noch wenige Zentimeter bis zur Oberkante) scheiterten. Der Militär-Profi-Instruktor hatte nämlich zuvor die Strecken mit Trax und Bagger genau präpariert und ausgelotet. Genau besehen, lautete das Kursziel «Geländefahren für jedermann». Das klingt eigentlich ziemlich einfältig und erinnert irgendwie an Grossveranstaltungen von Importeuren oder Interessengruppen, wo Fahrzeuge, die nicht für harte Geländeeinsätze gebaut sind, von völlig unerfahrenen Leuten (möglichen Käufern) durch ein zwar schwierig aussehendes Terrain gehetzt werden, das es jedoch nicht ist. Schliesslich sollen ja Lenker, Insassen und vor allem die Autos diese Tortur unbeschadet überstehen. Beim Puch G kommt letzterem kein allzu grosser Stellenwert zu, denn er ist für solche Eskapaden bestens gerüstet. Aber viele Clubmitglieder waren zum Treffen mit Familienangehörigen erschienen, denen teilweise schon beim blossen Zusehen angst und bange wurde. Auf den verschiedenen Strecken konnten somit Töchter, Söhne, Freundinnen und Mütter ähnlich dem Anfänger-Skifahren auf «Idiotenhügeln» unter fachkundiger Anleitung des Familienvorstandes schön sachte vom simplen Feldweg zu immer höheren Schwierigkeitsgraden geführt werden. Gegen Ende des Kurstages bewältigten dann auch diejenigen Angehörigen, welche zu Beginn sogar die Einladung, als Passagier mitzufahren, strikte ablehnten, die «happigen» Abschnitte am Lenkrad mit Bravour. Der Applaus aller Zuschauer (natürlich nur Clubmitglieder, fremdes Publikum hatte keinen Zutritt) belohnte ihr soeben erworbenes Können. Vor dem Verlassen des Areals und dem anschliessenden gemeinsamen Abendessen bewies Eichholzer noch mit einem kleinen Detail sein Organisationstalent als Präsident dieses doch einigermassen «elitären» Clubs: Die Autowaschanlage der Grube war in Betrieb! |
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Beim Puch G Swiss Club geradezu obligatorisch: von Mitgliedern organisierter Zvieri im stilvollen Rahmen mit selbstgebackenen Leckerbissen natürlich. |
S chlussbesprechung: Präsident Josef Eichholzer (mit dem Rücken zum weissen Puch) informiert die Teilnehmer über den Kursverlauf. |
aus «4x4plus», 3-4/1997