Als «Anfänger- und Fortgeschrittenenkurs» deklariert, war die Strecke gleichwohl mit Holzpflöcken (und dem empfindlichen Kügelchen darauf) garniert.

Geländefahrkurs in Niederbipp
Es ist nicht einer Einfallslosigkeit des Clubvorstandes zuzuschreiben, wenn im aktuellen Jahresprogramm des Puch G Swiss Club bestimmte «Events» der Vorjahre immer wieder auf der Liste stehen. Vielmehr widerspiegelt es das Interesse der Mitglieder, sich rege zur Teilnahme zu melden. Eine derartige «Tradition-Veranstaltung» ist beispielsweise das jährliche Geländefahrtraining. Dass der Puch G ein reinrassiges Offroad-Fahrzeug war und ist, muss hier nicht besonders angemerkt werden. Weil jedoch seine Besitzer mit den Talenten ihres fahrbaren Untersatzes kaum je bis aufs i-Tüpfelchen vertraut sind (wer, ausser Kipperchauffeuren, fährt schon jeden Tag, bei jeder Witterung im Gelände?), sind solche Kurse äusserst lehrreich.
Text und Bilder: Ruedi Baumann
Dieses Jahr war die Motocross-Grube bei Niederbipp Austragungsort. Dieselbe Grube, in der auch das Verkehrs-Sicherheits-Zentrum Veltheim periodisch Geländefahrkurse durchführt. Vor Beginn der ganztägigen Übung waren die Parcours von Mitgliedern des Vorstandes sauber ausgesteckt worden. Allzu «heikle» Stellen blieben ausgeklammert, denn nur rund ein Drittel der Kursteilnehmer verfügte über umfassendere Kenntnisse im Geländefahren. Schliesslich sollte auch der Nachwuchs – lies: Töchter und Söhne – erste Offroad-Gehversuche machen können, ohne gleich das väterliche Fortbewegungsmittel in Schrott zu verwandeln. Der Puch G kann im harten Gelände grundsätzlich mehr, als seine Konkurrenzprodukte. Daher ist auch die Gefahr grösser, unversehens in heikle Grenzbereiche vorzustossen, wo nur doch die Physik regiert. Um jedoch die Übung für alle Teilnehmer einigermassen spannend zu gestalten, erfolgte eine Wertung analog zu den Meisterschaftsläufen «echter» Geländewagenvereine. Rückwärtsfahren bei Hindernissen kostete beispielsweise 10 Strafpunkte, fiel das Kügelchen vom Stecken (eine leise Berührung genügte), heimste der Fahrer 20 Negativpunkte, beim Umfahren eines Holzpfostens sogar deren 40 ein. War fremde Hilfe vonnöten, beförderte dies den Teilnehmer in die Schlussränge; mit grimmigem Gesicht notierte der Postenwart 100 Strafpunkte. Wer nun meint, Geländefahren sei eine reine Männerdomäne, wurde bei der «Rangverkündung» am Spätnachmittag eines besseren belehrt. Die weiblichen Teilnehmer gingen einzelne Aufgaben zwar in der Regel vorsichtiger an als ihre männlichen Mitstreiter. Da aber die Zeit für das Absolvieren der Hindernisstrecke nicht zählte (das tut sie auch bei Grossveranstaltungen dieser Art selten), siegte Vorsicht über Mut, und schlug natürlich entsprechend zu Buche.

Profimässig erfolgte das vorherige Abschreiten der Parcours zu Fuss.

aus «4x4plus», 5/1998

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