Puch G Swiss Club in Veltheim
Da staunte sogar der VSZV-Instruktor
BPZ. Bekanntlich haben Geländewagen wegen ihrer Bodenfreiheit einen hochliegenden Schwerpunkt und neigen deshalb eher zum Umkippen als sportliche Tiefflieger. Demzufolge werden sie auch zeitiger aus der Kurve getragen, sofern man sich in der Geschwindigkeit vertan hat. In den Betriebsanleitungen dominieren jedenfalls die Warnungen. Liest man Manuals, die aus dem Englischen übersetzt sind, bereitet es sogar Mühe, die zwischen rotgedruckten «Warnings» versteckten Anweisungen zu finden. Weil der Puch G sogar ein ausgesprochenes Schwergewicht in der Familie der PW-Allradfahrzeuge darstellt, müsste er logischerweise in Grenzsituationen besonders heikel reagieren. Müsste.

Das «gesellschaftliche Leben» des Puch G Swiss Club erstreckt sich nicht nur auf Zusammenkünfte und Ausfahrten. Es finden regelmässig Fahrtrainings- und Weiterbildungskurse statt. Ende des vergangenen Jahres übte man in Veltheim «sicheres Autofahren».

Manöverkritik nach jeder Fahretappe. VSZV-Chefinstruktor Jack Sigrist (im Vordergrund) macht auf gewohnt humorvolle Weise die Teilnehmer auf gravierende Fahrfehler aufmerksam.

Text und Bilder: Ruedi Baumann
Dass dem absolut nicht so ist, durfte auch VSZV-Chefinstruktor Jack Sigrist erstaunt zur Kenntnis nehmen, denn die Fahrzeuge der Puch G Clubmitglieder erwiesen sich auf den Schleuderpisten des Verkehrs-Sicherheits-Zentrums als extrem «idiotensicher». Vor allem die Modelle mit langem Radstand (wie heisst es doch in der Seglersprache so schön? «Länge läuft!») mussten schon fast mit Gewalt zum Ausbrechen gebracht werden. Interessanterweise spielte hierbei auch die Gummimischung der aufgezogenen Reifen eine entscheidende Rolle. Eine anschliessende Befragung der Kursteilnehmer brachte weitere «Unlogiken» an den Tag: Es waren ausgesprochene Billigreifen, welche dem glitschigen Kunststoffbelag der Schleuderpisten den grössten Reibungswiderstand entgegensetzten! Da soll einer die Welt noch verstehen. Leider wurde in Veltheim das normale Kursprogramm durchgeführt und den fahrtechnischen Besonderheiten des Puch G nicht speziell Rechnung getragen. Eigentlich schade, denn es ist ziemlich aufschlussreich zu erleben, wie sich ein und derselbe Wagen bei gesperrtem Verteilerdifferential, zugeschaltetem Allradantrieb (bei den älteren 230er Modellen) oder quergesperrten Achsen auf rutschigem Untergrund und in zu flott gefahrenen Kurven verhält. Aber was soll's. Die Kursteilnehmer – zur Hälfte gestandene Profis – äusserten sich am Ende des Kurstages durchwegs positiv zum Erlernten.

aus «4x4plus», 1/1997

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